Interview mit Alexis Bossard, Manager de "CM-AM Pierre" InvestmentFonds bei Crédit Mutuel Asset Management.

Wie verhält sich die Vermögensklasse seit Jahresbeginn?

Mit der Covid-Krise haben Lebensumstände und Verhaltensänderungen den Immobiliensektor verändert. Der Bereich börsennotierter Grund und Boden legte um +20,4% YTD * zu. Dahinter verbergen sich jedoch erneut starke Unterschiede zwischen den Segmenten Die Wiedereröffnung und der wirtschaftliche Aufschwung haben die 2020 eingeschlagene Dynamik nicht umgekehrt. Einerseits steigen Nachfrage und Preise für Lager- und Logistikflächen weiter (ViB Vermoegen +48%, Segro +43%, Argan +35%). Die Geländer profitieren vom boomenden E-Commerce-Geschäft (Safestore +66%, Shurgard +65%). Und die skandinavischen Landschaften profitieren von einer stärkeren wirtschaftlichen Erholung, die zu einer allgemeinen Preisinflation führte (Balder +65%, Fabege +25%). Auf der anderen Seite leiden die Bewertungen der Hotels (Pandox +4%), des Handels (Unibail 0%) und der Büroräume (Colonial +6%) weiterhin unter der mangelnden Transparenz im Zusammenhang mit Telearbeit und sukzessiven Schließungen.
Die große Neuheit 2021 ist die schwächere Wertentwicklung des deutschen Wohnens. Der Fonds CM AM Pierre litt aufgrund seiner langfristigen Überzeugung unter seinem Engagement in: VONOVIA -5%, Deutsche Wohnen +5% oder LEG Immobilien +4%. Diese relative schwächere Wertentwicklungkönnte durch 3 Faktoren erklärt werden. Erstens die geringere Attraktivität der Anleger für einen defensiven Sektor in einem Umfeld einer starken wirtschaftlichen Erholung. Zweitens - und das ist typisch für deutsche Grundstücke - ließen die Bundeswahlen im vergangenen Oktober auch Sorgen über eine Verschärfung der Mietregulierung aufkommen. Nicht zuletzt führten der Mangel an Transparenz und der Verdacht auf Manipulationen bei Adler (-60% YTD) zu zahlreichen Fragen hinsichtlich der Bewertung von Vermögenswerten und deren Verschuldungsgrad. Trotz dieser kurzfristig belastenden Elemente erscheint uns der aktuelle Abschlag auf ANR von einem Wert wie Vonovia oder LEG angesichts der anhaltenden Wertsteigerung ihrer Vermögenswerte (> +10% pro Jahr) ungerechtfertigt.

Wie sehen die Wachstumsaussichten der Branche aus?

In diesem Umfeld historisch niedriger Zinsen bleibt die Bewertung börsennotierter Immobilien attraktiv. Der Sektor ist nicht risikofrei und wird unter der Volatilität der Aktienmärkte leiden. Dennoch bevorzugen wir weiterhin ein Engagement in Skandinavien (SelfStorage, JohnMattson) und in den Segmenten Logistik (Argan, Segro), Wohnbau und Verkaufsförderung (Instone), die Wachstumsprofile mit guten Perspektiven für ihren Cashflow bieten. Seit September fällt es den Förderern schwer, ihre neuen Projekte zu vergeben. Als echte Akteure des grünen Übergangs stehen sie vor großen Liefer- und Arbeitskräftemangel-Problemen, die letztlich den Inflationsdruck der am meisten begehrten qualitativ hochwertigen Vermögenswerte erhöhen dürften.

Der Fonds CMAM Pierre wird von Lipper ausgezeichnet