Das Wachstum der Weltwirtschaft bleibt solide. Obwohl die Corona-Infektionszahlen wegen der Ausbreitung der Delta-Variante wieder steigen, setzt sich der konjunkturelle Aufschwung fort. Da die Impfquoten in den USA, Europa und China relativ hoch sind, dürften die Beschränkungen, die jetzt im Herbst wieder punktuell verhängt werden könnten, in diesem Jahr geringere wirtschaftlichen Folgen haben als letztes Jahr. Dass sich die Wachstumsraten ab dem dritten Quartal wahrscheinlich verlangsamen werden, dürfte eher auf ungünstigere Basiseffekte zurückzuführen sein als auf eine ausgeprägte Abschwächung der Wirtschaftstätigkeit. Im Übrigen waren die Geschäftsklimaindizes im verarbeitenden Gewerbe sowohl in Europa als auch in den USA im August leicht rückläufig, signalisierten aber weiterhin ein solides Wachstum. China könnte aufgrund seiner Null-Covid-Strategie wieder strengere Restriktionen verhängen, was sich etwas stärker auf die Konjunktur auswirken dürfte. Da die Olympischen Spiele in Tokio pandemiebedingt ohne Publikum stattfinden mussten, erhielt der strukturell schwache Binnenkonsum in Japan nicht den ersehnten kräftigen Schwung.

Trotz der mittlerweile weniger schwachen Vergleichsgrundlagen tendieren die Inflationsraten weiterhin nach oben. In den USA blieb die Gesamtinflationsrate im Juli unverändert bei 5,4 %; die Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) bewegte sie sich von 4,5 % auf 4,3 %. Die Kernrate des Deflators der privaten Konsumausgaben (der bevorzugte Inflationsmaßstab der Federal Reserve) verharrte bei 3,6 %, dem höchsten Wert seit Dezember 1991. Auch in der Eurozone nimmt der Inflationsdruck allmählich zu. Die Gesamtinflationsrate stieg von 2,2 % im Juli auf ein Zehnjahreshoch von 3,0 % im August; ohne Energie und Nahrungsmittel veränderte sie sich von 0,7 % auf 1,6 %.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank und der EZB-Rat tagten im August nicht. Beim traditionellen, dieses Jahr allerdings virtuell stattfindenden US-Zentralbanken-Symposium in Jackson Hole bekräftigte Fed-Präsident Jerome Powell erneut, dass der Teuerungsdruck seiner Einschätzung nach vorübergehend sei, was die Beibehaltung einer ultralockeren Geld- und Zinspolitik rechtfertige. Allerdings bestätigte er die Erwartungen, die Wertpapierkäufe bald zurückfahren zu wollen; dies könnte Ende diesen oder Anfang kommenden Jahres beginnen. Da die Vollbeschäftigung bei Weitem noch nicht erreicht ist, bestehe keine Aussicht auf eine Straffung der Zinspolitik.

Nachdem die Endfälligkeitsrenditen der Staatsanleihen in den vergangenen Monaten trotz der schlechteren Inflationsstatistiken zurückgegangen waren, veränderten sich die Rentenmärkte im August kaum. So stiegen die Renditen der richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen in den meisten Ländern ganz leicht: in den USA von 1,22 % auf 1,31 %, in Deutschland von -0,46 % auf -0,38 %, in Frankreich von -0,11 % auf -0,03 %, in Italien von 0,62 % auf 0,71 % und in Spanien von 0,27 % auf 0,34 %.

Die Aktienmärkte stiegen im August weiter, der MSCI All Country World Index Net Total Return in Euro erzielte ein Plus von 3,0 %. Abgesehen von einem unwesentlichen Rückgang von 0,01 % im Mai ist der Weltaktienindex seit der US-Präsidentschaftswahl und der Ankündigung von bald verfügbaren Corona-Impfstoffen im November 2020 jeden Monat gestiegen. In den USA notieren die drei wichtigsten Indizes weiterhin auf Rekordniveau; der S&P 500 wie auch der Nasdaq beendeten den Berichtsmonat auf neuen Allzeithochs. So schlossen der US-amerikanische S&P 500 im August bei +2,9 % (in USD), der europäische Stoxx 600 bei +2,0 % (in EUR), der japanische Topix bei +3,1 % (in JPY) sowie der MSCI Emerging Markets bei +2,4 % (in USD). Bei den Branchen erzielten Technologietitel die stärkste Performance: Ihr großes Comeback der vergangenen Monate führte mittlerweile dazu, dass sie neben dem Finanzsektor und den Kommunikationsdiensten die besten Performance-Ergebnisse seit Jahresbeginn verzeichen. Die Konsumbranche trat hingegen - auf Monatssicht wie auch seit Anfang Januar - ein wenig auf der Stelle.

Nach der Aufwertung des US-Dollars im ersten Halbjahr blieb der EUR-USD-Wechselkurs in den vergangenen zwei Monaten nahezu unverändert und lag Ende August bei 1,18. Edelmetalle entwickelten sich unterschiedlich: Der Goldkurs blieb stabil und schloss den Monat bei 1.814 USD je Feinunze. Der Silberkurs hingegen ging um 6,3 % weiter zurück; der Preis pro Feinunze Silber fiel von 25,5 USD auf 23,9 USD.