Ausgang der US-Wahlen und Nachrichten zu Coronavirus-Impfstoff sorgen für Kaufrausch an den Aktienmärkten - Guy Wagner - 3 Dezember 2020

Die Aktienmärkte waren im November von einem wahren Kaufrausch erfasst. Dies lag zum einen am Ausgang der US-Wahlen, zum anderen an der Bekanntgabe sehr guter klinischer Ergebnisse mehrerer Impfstoffkandidaten im Entwicklungsstadium, schreiben Guy Wagner, Chefanlagestratege von BLI - Banque de Luxembourg Investments, und sein Team in der jüngsten Ausgabe ihrer monatlichen ,Investment-Highlights'.

In politischer Hinsicht galt den US-Präsidentschaftswahlen mit dem Sieg des Demokraten Joe Biden über Donald Trump die größte Aufmerksamkeit. "Dieses Ergebnis wurde allgemein als Signal dafür wahrgenommen, dass sich die Beziehungen der USA mit dem Rest der Welt wieder normalisieren würden", sagt Guy Wagner, Chefanlagestratege und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI - Banque de Luxembourg Investments.

Positive Nachrichten zu Impfstoffen

In puncto Corona-Krise schien Europa wieder die Kontrolle über die Pandemielage zu gewinnen, wohingegen sich die Situation in den USA weiter verschärfte. Dies trat jedoch in den Hintergrund, als mehrere Labore positive Nachrichten bezüglich der Effizienz ihrer Impfstoffe meldeten. "Damit könnte es endlich einen Zeitplan für den Ausstieg aus der Krise im Laufe des kommenden Jahres geben. Bis eine Normalisierung eintritt, bleibt es bei der Konjunkturdynamik eines globalen Aufschwungs, der durch wieder auftretende Lockdown-Maßnahmen in einigen Regionen der Welt gebremst wird."

Alle größeren Indizes verzeichnen kräftige Zuwächse

Auch wenn die Aktienmärkte weltweit kräftig anstiegen, büßten die europäischen Börsen seit dem Frühjahr infolge der Pandemie am meisten ein; während des Wiederaufschwungs hatten sie die stärkste Dynamik verzeichnet. "Auch eine heftige Branchenrotation setzte ein, weil die Anleger die Titel von Corona-Gewinnern mitunter aggressiv verkauften, um schnellstmöglich Papiere der Unternehmen zu kaufen, die am meisten unter der Krise leiden", so der luxemburgische Ökonom. Am Ende dieses - mit Blick auf das Ausmaß des Anstiegs historischen - Monats November erzielten alle größeren Indizes in den USA, Europa, Japan und den Schwellenländern kräftige, zum Teil zweistellige Zuwächse.

Deutsche Bundesanleihen unberücksichtigt, Anleihen der Randstaaten profitieren

In den USA blieben die Staatsanleiherenditen im Kontext der Euphorie vom November erstaunlich gemäßigt - die Akteure an den Anleihemärkten vertrauen weiterhin darauf, dass die Federal Reserve die Zinsen auf niedrigem Niveau verankert. Die Endfälligkeitsrendite zehnjähriger US Treasury Bonds ging im Monatsverlauf sogar leicht zurück. "In der Eurozone näherten sich die Staatsanleiherenditen zwischen den Ländern an. Die Risikobereitschaft drückte sich darin aus, dass deutsche Bundesanleihen unberücksichtigt blieben und Anleihen der Randstaaten profitierten", sagt Guy Wagner abschließend.