Trotz der durch die Delta-Virusvariante wieder aufflammenden Corona-Epidemie erholt sich die Weltwirtschaft zu Beginn des Sommers weiter. Dies schreiben Guy Wagner und sein Team in ihrem jüngsten Marktbericht "Highlights". - Guy Wagner - 4. August 2021

"Zwar sind regional wieder epidemiebedingte Einschränkungen in Kraft getreten, sie bleiben aber begrenzt, und die Wirtschaft kann derzeit ihre Wiederbelebung sowohl in der Industrie als auch in der Dienstleistungsbranche fortsetzen", sagt Guy Wagner, Chefanlagestratege und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI - Banque de Luxembourg Investments. 

Dynamisches Wirtschaftswachstum in den USA und in Europa

In den USA stieg das annualisierte BIP im zweiten Quartal um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. "Diese erste Schätzung blieb zwar leicht hinter den Erwartungen zurück, bestätigt jedoch eine durch die lockere Geldpolitik und massive staatliche Stützungsmaßnahmen befeuerte hoch dynamische Erholung", meint der luxemburgische Ökonom. Im Euroraum betrug das BIP-Wachstum im selben Zeitraum annualisiert zwei Prozent gegenüber dem Vorquartal, aber 13,7 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2020. 

Federal Reserve: Keine Zinsanhebung vor 2023

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed beließ seine Geldpolitik bei der Sitzung im Juli unverändert. Fed-Präsident Jerome Powell kündigte an, dass er erst einen solideren Arbeitsmarkt abwarten wolle, bevor er von der Politik der Wertpapieraufkäufe ablassen werde. Die Inflation wird weiterhin als vorübergehend angesehen. Eine Debatte über künftige Zinsanhebungen ist weitgehend verfrüht, denn die meisten Mitglieder des Ausschusses können sich eine Erhöhung nicht vor 2023 vorstellen. In Europa bleibt der Rat der EZB bei seiner lockeren Geldpolitik, kommuniziert jedoch eine neue Strategie, die vor allem die zwei Prozent als Ziel für eine symmetrische Inflation und nicht mehr als Obergrenze festlegt. Guy Wagner: "Dadurch dürften die Leitzinsen noch wesentlich länger als allgemein angenommen sehr niedrig bleiben."

Endfälligkeitsrenditen von Staatsanleihen sinken

Trotz der schlechteren Inflationsdaten sind die Endfälligkeitsrenditen der US-Staatsanleihen ohne ersichtlichen Grund deutlich gesunken. Auch in der Eurozone gingen die langfristigen Zinsen in Deutschland, Frankreich, Italien und in Spanien zurück. 

Aktienmärkte mit regional höchst unterschiedlicher Entwicklung

Die Aktienmärkte sind insgesamt positiv in die zweite Jahreshälfte gestartet, entwickelten sich aber regional höchst unterschiedlich. Global betrachtet hat der MSCI All Country World Index Net Total Return seine gute Entwicklung fortgesetzt. In den USA notieren die drei wichtigsten Indizes weiterhin auf Allzeithochs. Vor allem die Schwellenländer litten unter der Schwäche der chinesischen Börsen, die mit dem harten Vorgehen der chinesischen Regierung bei der Regulierung des Technologiesektors zu kämpfen hatten. "Auf Sektorenebene verliefen die relativen Wertentwicklungen nicht linear, wobei die defensiven Sektoren den Monat recht günstig begannen, während die zyklischen Werte sich erst später erholten. Zum Monatsende verzeichneten beide Bereiche eine ähnliche Performance", sagt Guy Wagner abschließend. 


Weitere Informationen finden Sie auf der BLI - Banque de Luxembourg Investments-Website