Weltkonjunktur entwickelt sich weiter stabil aufwärts - Guy Wagner - 8 Dezember 2021

Auch wenn die Weltkonjunktur seit Beginn des Sommers etwas an Dynamik eingebüßt hat, entwickelt sie sich weiter stabil aufwärts. Dies schreiben Guy Wagner und sein Team in ihrem jüngsten monatlichen Marktbericht "Highlights".

In den USA scheint sich die Wirtschaftstätigkeit aufgrund des starken Anstiegs des privaten Konsums sogar zu beschleunigen, da die Einzelhandelsumsätze im Oktober im Jahresvergleich weiter zunahmen. In Europa ist die Lage aufgrund von Lieferengpässen im Industriesektor und dem Wiederaufflammen der Covid-19-Infektionen etwas uneinheitlicher - die Einkaufsmanagerindizes halten sich jedoch bislang auf hohem Niveau. In China bremsen die Null-Toleranz-Politik gegenüber Neuinfektionen mit dem Coronavirus und die Verlangsamung des Immobilienmarkts sowohl das Wachstum beim Inlandskonsum als auch bei der Industrietätigkeit. In Japan ging das BIP im dritten Quartal gegenüber dem zweiten zurück - ein Anstieg der Coronainfektionen im Verlauf des Sommers und Störungen der Lieferketten hatten einen allgemeinen Rückgang der Wirtschaftstätigkeit zur Folge.

Omikron-Variante stellt neue Unsicherheit dar

"Das Auftreten der neuen Covid-19-Variante mit dem Namen Omikron Ende November stellt eine neue Unsicherheit dar, deren Auswirkungen auf das weltweite Wachstum vom Ansteckungsgrad, von der Resistenz gegenüber Impfstoffen und den ausgelösten Krankheitssymptomen abhängen werden", sagt Guy Wagner, Chefanlagestratege und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI - Banque de Luxembourg Investments. Das Auftreten der neuen Variante löste auch einen allgemeinen Rückgang der Endfälligkeitsrenditen bei Staatsanleihen in den USA sowie in der Eurozone aus.

Rückschlag an den Aktienmärkten zum Monatsende

"Nach einem günstigen Novemberbeginn sorgte das Auftreten der neuen Coronavirusvariante zum Monatsende für einen Rückschlag an den Aktienmärkten. Auch die Aussicht auf eine schnellere Verringerung der Wertpapierankäufe, die Fed-Präsident Jerome Powell bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats Ende des Monats angedeutet hatte, drückte am letzten Handelstag im November auf die Aktienkurse." Insgesamt zeigten sich die US-Aktienmärkte im November wieder einmal am widerstandsfähigsten. Guy Wagner: "Auf Sektorebene konnten nur die Technologiewerte einen deutlichen Anstieg verzeichnen. Finanz- und Energietitel litten am stärksten unter der Bedrohung des Wirtschaftswachstums durch die neue Virusvariante."

Federal Reserve kündigt Reduzierung der Wertpapierkäufe an

Wie erwartet, kündigte Fed-Präsident Jerome Powell bei der Zusammenkunft des Offenmarktausschusses der US-Notenbank den Beginn der Reduzierung der Wertpapierkäufe an. Vor dem Hintergrund der hohen Inflation und des robusten Wirtschaftswachstums erscheint ein schnelleres Zurückfahren der Wertpapierkäufe sehr wahrscheinlich. Bei der Europäischen Zentralbank fand im November keine Ratssitzung statt. Präzisere Aussagen zur künftigen Ausrichtung der europäischen Geldpolitik werden für die letzte Sitzung des EZB-Rats dieses Jahres im Dezember erwartet.